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Mitarbeiter gesucht

Facharbeiter/in mit abgeschlossener elektrotechnischer bzw. mechatronischer Fachausbildung
für die Ausbildung zum/r Klärfacharbeiter/in

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Kläranlage

Daten
Vorfluter   Traun
Ausbaugröße   22 000 EW BSB5
Belastung 2016   17.820 EW BSB5 bei Trockenwetter
Zulaufmenge Tagesmittel 2016   4.862 m³/d
Zulaufmenge gesamt 2016   1.779.564 m³
mittlere Zulaufkonzentration 2016   286 mg BSB5/l bei Trockenwetter
     
Einzugsgebiet Fläche ca. 58 km²
  Höhenbereich 485 - 2000 m ü.A.
  Gemeinden Bad Goisern, Hallstatt, Obertraun, Gosau
     
Art der Reinigung   3-stufige Kläranlage mit Schlammfaulung
     
Inbetriebnahme   1978
Zubau Pressenhaus   1989
Umbau und Erweiterung   2003

 

Zulauf, Regenentlastung
Trennbauwerk

Trennbauwerk

Der Hauptsammler des Verbandsgebietes mündet in das sogenannte Trennbauwerk. Hier wird die Zulaufmenge des Abwassers in die Kläranlage geregelt. Derzeit kann die Kläranlage bis zu 180 l/s Schmutzwasser verarbeiten.

Bodenfilter

Regenbecken, Bodenfilter

Sollte diese Menge überschritten werden, wird das überschüssige Abwasser im Regenrückhaltebecken zwischengespeichert, bzw. nach mechanischer Vorreinigung in den Vorfluter eingebracht.

Mechanische Reinigung

Rechenhaus

In diesem Gebäude wird der erste Teil der mechanischen Reinigung gewährleistet.

Rechen

Grob- und Störstoffe werden automatisch mit einem Umlaufrechen (Spaltweite 3 mm) aus dem Abwasser entfernt, mit einem Intervallwaschverdichter behandelt und in Müllcontainer überführt. Die Entsorgung übernimmt der örtliche Müllentsorger.

Rechenhaus

Zulaufprobennehmer

Vom Kläranlagenzulauf werden von einem Probennehmer mengenproportionale Proben gezogen und im Betriebslabor analysiert.

Sandfang

Im Rundsandfang wird das Abwasser einem kreisförmigen Trichterbecken tangential zugeführt. Hier werden vorwiegend mineralische Stoffe abgeschieden. Das anfallende Sand-Abwasser-Gemisch wird durch Pumpen zu einem Sandabscheider geführt und in die Phasen getrennt.

Hebewerk

Das Abwasser wird mit drei Kreiselpumpen (2 x 90 l/s und 1 x 180 l/s) auf das benötigte Niveau angehoben.

Vorklärbecken

Vorklärbecken (VKB)

Durch die Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit setzen sich die verbliebenen Grobstoffe am Beckenboden ab. Der Brückenräumer schiebt einerseits den abgesetzten Primärschlamm in die Schlammsammeltrichter und andererseits den Schwimmschlamm direkt in ein Pumpwerk. Der Primärschlamm wird anschließend in den Eindicker und danach in den Faulturm gepumpt.

An mehreren Punkten der Wasserlinie (Hebewerk, VKB, BB, NKB) können Chemikalien zur chemischen Phosphorfällung zugesetzt werden.

Biologische Reinigung

Anaerobbecken

In diesem Becken wird durch eine entsprechende Prozessführung der biologische Abbau der Schadstoffe optimiert. Dies ermöglicht einen geringeren Einsatz von Fällungsmitteln.

Belebungsbecken

Belebungsbecken (BB)

Im Belebungsbecken wird das Abwasser mit Hilfe von Kleinstlebewesen gereinigt. Der belebte Schlamm, welcher sich vorwiegend aus flockenbildenden Mikroorganismen (hauptsächlich Bakterien) zusammensetzt, wird intensiv mit dem Abwasser vermischt. Der benötigte Sauerstoff wird durch Membranrohrbelüfter in das Abwasser eingebracht. Für die biologischen Prozesse benötigen die Bakterien Energie, die aus dem Prozess selbst entnommen wird. Ein Teil der organischen Verunreinigungen wird daher direkt zu Kohlendioxid und Wasser "nass verbrannt".

Belüfter

Um die flockige Masse am Absetzen zu hindern, wird das Wasser im Becken laufend bewegt. Durch eine intermittierende Betriebsweise der Belüftung wird bei aeroben Bedingungen (Sauerstoff vorhanden) Ammonium in Nitrat umgewandelt. Im nächsten Schritt werden künstlich anaerobe (kein Sauerstoff vorhanden) Bedingungen geschaffen, unter welchen das Nitrat zu Stickstoff verarbeitet wird. Durch diese Betriebsweise kommt es zusätzlich zu einem biologischen Abbau von Phosphor.

Nachklärbecken

Nachklärbecken (NKB)

Nach dem biologischen Abbauprozess im Belebungsbecken wird im Nachklärbecken der Belebtschlamm vom gereinigten Wasser getrennt. Da der Klärschlamm schwerer als Wasser ist, setzt sich dieser an den Beckensohlen ab. Von dort wird er mit einem ständig umlaufenden Bandräumer in die Trichterspitzen geschoben und durch Tauchpumpen zum einen Teil ins Belebungsbecken, zum anderen Teil über eine maschinelle Entwässerung der Schlammlinie zugeführt. Eventuell aufschwimmender Schwimm- oder Blähschlamm wird von den Bandräumern in eine Skimrinne geschoben und zur Schlammbehandlung gepumpt.

Nachklärbecken

Das gereinigte Abwasser fließt über getauchte Ablaufrohre und über zwei V-Wehren zur Mengenregulierung in den Absturzschacht ab.

Ablaufmessstelle

Ablaufmessstelle

Vor Einleitung in die Traun wird noch die Qualität des Wassers überprüft. Mittels Probennehmer werden Wasserproben gezogen und im Betriebslabor hinsichtlich der geforderten Parameter überprüft.

Schlammbehandlung
Faulturm

Faulturm

Der Schlamm wird über Eindicker und einen Wärmetauscher in den Faulturm gepumpt.
Hier fault der Schlamm bei ca. 30 - 38°C aus. Das entstehende Faulgas wird betriebsintern zum Betrieb der Mikrogasturbinen für die Stromerzeugung, sowie zur Beheizung des Faulturmes und der Betriebsgebäude verwendet. Im Falle eines Gasüberschusses wird dieses abgefackelt.

Kammerfilterpresse

Kammerfilterpresse

Der ausgefaulte Schlamm wird nach Zusatz von Flockungshilfsmitteln in einer Kammerfilterpresse abgepresst und in eine Absetzmulde befördert.

Der Klärschlamm wird von einem Entsorgungsunternehmen übernommen und thermisch verwertet.

Energieerzeugung
Rotor

Mikrogasturbinen

Im Faulturm fallen täglich etwa 400 – 800 m³ Biogas an, welches mittels zweier Mikroturbinen (ähnlich einem Flugzeugtriebwerk) in elektrische Energie und Wärme umgewandelt wird.

Der anfallende Strom wird grundsätzlich für die Eigenenergieversorgung herangezogen. Die von den Turbinen produzierte Wärmeenergie ist direkt mit dem Wärmenetz der Kläranlage verbunden und wird zur Beheizung der Betriebsgebäude und des Faulturms verwendet.

Daten pro Mikrogasturbine

Elektrische Energie:      30 kW
Thermische Energie:     62 kW
Drehzahl Turbine:          96.000 U/min

Die großen Vorteile der Mikrogasturbinen liegen in den niedrigen Betriebskosten (Service alle 8.000 h), leisem Betriebsgeräusch und sehr tiefen Emissionswerten (1/10 eines herkömmlichen Gasmotors).
Der RHV Hallstättersee war einer der ersten europäischen Anwender für diese richtungweisende Technologie. So konnten bereits mehrere hundert Fachbesucher aus Europa und Ostasien begrüßt werden.

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Betriebsgebäudes

Photovoltaik

Die optimale Südausrichtung der Gebäude der Kläranlage bietet ideale Voraussetzungen für die Erzeugung von elektrischem Strom aus Sonnenlicht (Photovoltaik).

Bereits im Juni 2005 wurde die erste Photovoltaikanlage des RHV auf dem Dach des Betriebsgebäudes in Betrieb genommen.

Leistung: 17,6 kWp

Mover

Im Jahr 2007 wurde eine weitere PV-Anlage, diesmal ein zweiachsig nachgeführter, sogenannter Mover, auf dem Gelände des RHV an das Stromnetz angeschlossen.

Leistung: 9,4 kWp

PV-Anlage auf dem Dach des Kanallagers

Mit der im Jahr 2014 auf dem Dach des Kanallagers errichteten Photovoltaikanlage steht eine Gesamtleistung von 34,5 kWp für den umweltfreundlichen Betrieb der ARA zur Verfügung.

Leistung: 7,5 kWp

Solarthermie

Solarthermie

Zusätzlich zur Stromproduktion aus Sonnenlicht wird seit Oktober 2009 auch Wärme mittels einer Solarthermieanlage erzeugt und zur Gänze in das Heizsystem der Kläranlage eingespeist.